Der Mann mit der Mundharmonika ist Deutschlands Supertalent 2008
Von der ersten Sendung an war er es, der die Menschen berührt hat, kein anderer hat es geschafft, die Zuschauer so in seinen Bann zu ziehen wie er: Michael Hirte.
Der Hartz 4–Empfänger präsentierte in der ersten Folge mit viel Gefühl das Lied „Ave Maria“ und selbst Dieter Bohlen war angetan, gab zu, bei einer Interpretation von „Stille Nacht, heilige Nacht“ kurz vor Weihnachten vielleicht sogar das erste Mal im Fernsehen ein Tränchen vergießen zu müssen. Kurzum: Der Favorit in der diesjährigen Supertalent-Staffel war schnell gefunden. Auch wenn man zugeben muss, dass die Geschichte von Michael Hirte vielleicht auch ihren Teil zu seinem Erfolg beigetragen haben könnte: 1991 schwerer Unfall während einer Tour mit dem Lastwagen, es folgen zwei Monate Koma. Michael Hirte kam dann zwar wieder zu sich, allerdings auf einem Auge blind, gehen kann er auch nicht mehr richtig. Um sein Taschengeld etwas aufzubessern, fing er irgendwann an, sich als Straßenmusiker das ein oder andere dazuzuverdienen.
Dann jedoch zeigte unter anderem die BILD ein ganz anderes Bild von dem Mundharmonikaspieler. Seine Noch-Ehefrau meldete sich zu Wort, von Alkohol und Schlägen war die Rede. Michael Hirte dementierte das natürlich, seine Frau wolle nur an seinem plötzlichen Erfolg teilhaben. Wer von beiden auch immer letztendlich Recht behalten soll, diese Negativ-Schlagzeilen hätten Deutschlands Meinung von Michael Hirte beeinflussen können, sein Traum vom Supertalent 2008 wäre damit geplatzt. Wie sich vergangenen Samstag, dem 29.11.08 allerdings herausstellte, waren alle Sorgen in dieser Richtung unbegründet. Mit einer überwältigenden Mehrheit von 72,62 % aller Anrufe stand der Mann mit der Mundharmonika als Gewinner vom Supertalent mehr als deutlich fest.
Nach der ersten großen Freude wird Michael Hirte sich jetzt aber zunächst darum kümmern müssen, seine bestehenden Schulden zu tilgen. Bleibt zu hoffen, dass für ihn auch noch ein paar Euro übrig bleiben. Aber selbst wenn nicht, hat die RTL-Show Michael Hirte zu großer Bekanntheit verholfen, so dass Freitag schon seine erste eigene CD „Der Mann mit der Mundharmonika“ erscheint.
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2 Kommentare zu “Der Mann mit der Mundharmonika ist Deutschlands Supertalent 2008”
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Dezember 1st, 2008 at 17:33
Es war ganz klar Manipulation im Spiel, die zum Himmel stinkt. Und das ist nicht nur meine Meinung! Ein abgekartetes Spiel!
Das wahre Supertalent war eindeutig der Trapez-Titan Christoph Haese!
Dezember 1st, 2008 at 18:38
Besser hätte auch ich das Unbehagen über das Rührstück “Der gute Hirte” nicht auf den Punkt bringen können als mein liebstes Boulevard-Online-Magazin (man will ja von Zeit zu Zeit auch mal unpolitisch unterhalten werden) Letmeentertainyou.de:
“Doch wie schon bei der vergangenen „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel bleibt ein übler Nachgeschmack: Die oftmals einseitige Berichterstattung über die Castingkandidaten sowie allzu deutliche Jury-Statements sorgen für eine klare Wettbewerbsverzerrung.
Natürlich gewinnt immer wieder der Hartz-IV-Empfänger, der im Idealfall noch weitere Leidensgeschichten mitbringt. Denn genau der lässt sich am besten vermarkten und beschert RTL ein emotionales und quotenstarkes Tränenfinale!”