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Schmetterling und Taucherglocke
27. Mai 2008, 20:58 Uhr, mf
Man sollte viel öfter den großen Blockbustern den Rücken zukehren und sich dem zuwenden, was so schön „Programmkino“ heißt. So geschehen mit „Schmetterling und Taucherglocke“, einem Film über den ehemaligen französischen Elle-Chefredakteur Jean-Dominique Bauby, der nach einem massiven Schlaganfall von Kopf bis Fuß gelähmt und dessen einziges Mittel zur Kommunikation das Blinzeln mit den Augen ist.
Jean-Dominique lebte vorher ein von Glamour geprägtes Leben und muss mit einem Mal erkennen, dass er nichts mehr kann; nicht gehen, nicht sprechen, nicht einmal selbst schlucken. Mit 43 Jahren kann er weniger als ein neugeborenes Baby. Nachdem er zunächst am liebsten sterben möchte, erkennt er nach und nach, was das Leben lebenswert macht: Lieben und geliebt werden. Die Tatsache, dass sein Verstand nach wie vor einwandfrei funktioniert, ermöglicht es ihm außerdem, sich mit Hilfe einer Logopädin und eines eigens für ihn entwickelten Kommunikationssystems mit der Umwelt zu verständigen. Und so beginnt Jean-Dominique ein Buch zu schreiben, ein Buch über das Leben vor und nach seinem Schicksalsschlag, in dem er beschreibt, wie es sich anfühlt, machtlos zu sein, gefangen in seinem eigenen Körper mit dem Gefühl, man befände sich in einer Taucherglocke. Alleine seine Fantasie ermöglicht es ihm, ab und zu aus dieser Welt auszubrechen und frei und leicht zu sein wie ein Schmetterling.
Aus der Sicht von Jean-Dominique erzählt, hat der Film ab und an sogar eine angenehm humorvolle Note, die einem einerseits das sonst leicht beklemmende Gefühl nimmt und andererseits den Respekt für Jean-Dominique ins Unermessliche steigert. Eine treffende Formulierung zur Beschreibung dieses einzigartigen Filmes lässt sich auf der filmeigenen Homepage www.schmetterling-und-taucherglocke.de finden: „SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE ist eine emotional bewegende und filmisch einzigartige Liebeserklärung an das Leben, eine zärtlich poetische und immer wieder überraschend heitere Hymne auf die Liebe und die Menschlichkeit, betrachtet aus der Perspektive eines einzigen Augenaufschlags…“. Kein Wunder also, dass dieser Film einen Preis bei den Filmfestspielen in Cannes, zwei Golden Globes und u.a. 4 Oscar-Nominierungen sein Eigen nennen darf.
Man sollte halt viel öfter den großen Blockbustern den Rücken zuwenden und sich dem zuwenden, was so schön „Programmkino“ heißt – es kann sich nur lohnen.
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Der Artikel "Schmetterling und Taucherglocke" wurde am Dienstag, den 27. Mai 2008 um 20:58 Uhr veröffentlicht und in der Kategorie Kino abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesem Artikel per RSS Feed verfolgen, selbst einen Kommentar schreiben oder einen Backlink (Trackback) auf deiner eigenen Website oder in deinem Blog zu diesem Artikel setzen.
Ein Kommentar
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von 365 Tage Rems-Murr» einmaliges » Schmiden: Kino der Extraklasse (1. Juni 2008, 18:29 Uhr)
[…] Worte über den Film bei filmstarts.de pooltrax.com viereckige Augen Marcus kleine […]


